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Willkommen auf den Seiten der Selbstständigen Forschungsgruppe SoSciBio

Selbstständige BMBF-Forschungsgruppe SoSciBio: »Menschliche Diversität in den neuen Lebenswissenschaften: Soziale und wissenschaftliche Effekte biologischer Differenzierungen« (Human Diversity in the New Life Sciences: Social and Scientific Effects of Biological Differentiations)

Auf der Grundlage neuer technischer Möglichkeiten, vor allem in der Molekulargenetik, dem Neuroimaging und der Datenverarbeitung, entstand in den letzten Jahrzehnten ein neues wissenschaftliches Interesse an der biologischen Vielfalt der Menschheit. Die Forschungsgruppe nimmt die erste systematische empirische Analyse der Effekte von biologischen Unterscheidungen anhand ethnischer und geschlechtlicher Kategorien im deutschen Kontext vor. Sechs Fallstudien werden hierfür in den Bereichen Medizin/Epidemiologie, Neurowissenschaften, Pharmakologie, Forensik, Evolutionsgenetik und im klinischen Alltag durchgeführt.

Biologische Differenzierungen in den Lebenswissenschaften verfolgen so unterschiedliche Ziele wie ein verbessertes Krankheitsverständnis, genauere forensische Methoden oder auch bessere Kenntnis der Migrationsgeschichte des Menschen. Diese Ansätze treffen auf politische Bemühungen, gesundheitliche Ungleichheiten zwischen Geschlechtern und ethnischen Gruppen einzuebnen, unter anderem indem man alle relevanten Gruppen in klinischen Studien repräsentiert. Es gibt aber inzwischen eine breite wissenschaftliche Diskussion über diese Kategorien. Problematisiert werden dabei Stereotypisierungen, Reduktionismus sowie die potenzielle Stigmatisierung von Minderheiten.

Unsere Forschung soll dazu beitragen, frühzeitig gesellschaftliche Wirkungen biologischer Differenzierungen in Deutschland zu erfassen. Dabei zielen die Untersuchungen darauf ab, responsible und reflexive Ansätze der Lebenswissenschaften und der Geistes- und Sozialwissenschaften miteinander in Dialog zu bringen, um unerwünschte wissenschaftliche wie soziale Effekte biologischer Differenzierungen zu minimieren. Theoretisch ist das Projekt in den Science and Technology Studies (STS) und der Wissen(schaft)s- und Medizinsoziologie verortet. Methodisch kommen Dokumentenanalyse, Interviews und teilnehmende Beobachtung zur Anwendung, um den konkreten Praktiken der Erzeugung von Kategorien menschlicher Variation zu folgen.

Gefördert im Programm “Selbstständige Forschungsgruppe auf dem Gebiet der ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekte (ELSA) der modernen Lebenswissenschaften", BMBF (FKZ 01GP1790), Laufzeit: 3/2018-2/2024.